Aktuell 2014
 
November 2014
   Ausflug zur Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung in Westfalen Lippe

Am 08.11.2014 unternahm eine 15-köpfige Gruppe eine Ausflugsfahrt nach Schlangen, wo die rotkreuzgeschichtlichen Sammlung in Westfalen Lippe (und darüber hinaus) ausgestellt und besichtigt werden kann.

Unser Rotkreuzleiter hatte sich schon Anfang des Jahres mit dem Leiter des Museum, Herrn Jürgen Reuter, in Verbindung gesetzt und diesen Termin abgestimmt.

Um 10:00 Uhr trafen wir uns am Rotkreuzheim in Kirchdornberg und teilten uns auf zwei MTW (Mannschaftstransportwagen) mit jeweils 9 Sitzen auf.

Nach gut einer Stunde Fahrt trafen wir am Museum in der Parkstraße 18 in Schlangen ein. Dort wurden wir von Jürgen Reuter persönlich begrüßt, der uns mit einem Kollegen, durch die Ausstellung führte.

Über 100 m2 stehen in dem von der Gemeinde Schlangen zur Verfügung gestellten Haus als Ausstellungsfläche zur Verfügung. Im Erdgeschoss findet man gleich im Eingangsbereich die Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in über 40 Sprachen.

An der Büste des Ideengebers für die Gründung der Hilfsgesellschaften, Henry Dunant, vorbei ging es in den ersten Stock, wo uns ein Film über des Leben und Wirken von Henry Dunant gezeigt wurde.

Danach teilten wir uns in zwei Gruppen auf und wurden durch die Ausstellung geführt.

Exponate wie Bekleidung, Auszeichnungen, Material und technische Ausrüstung unserer Hilfsgesellschaft aus dem dritten Reich, der DDR der BRD werden sehr anschaulich präsentiert.

Wer schon länger im Roten Kreuz ist, kennt natürlich das eine oder andere Ausstellungsstück, aber in so geballter Form hatten wir alle das noch nicht erlebt.

Hinzu kamen natürlich auch Exponate uns den Regionen in denen das Rote Kreuz Hilfe geleistet hat.

In Vitrinen finden sich hunderte von Rotkreuz-Modellautos, aber auch Miniaturzüge, Hubschrauber und BW Fahrzeuge mit Rotkreuz-Emblem sind ausgestellt. Im Tagungs- und Vortragsraum kann man Briefmarken, deren Motiv das rote Kreuz oder seiner Schwestergesellschaften ist, bestaunen. An drei Wänden befinden sich Schaukästen in denen sich hunderte Briefmarken aus der ganzen Welt wiederfinden. 

Der Ausbildung in Erster Hilfe war ebenfalls ein eigener Bereich gewidmet, der uns heute zum Schmunzeln verleitet wenn man sieht mit welchem Aufwand früher versucht wurde Erste-Hilfe zu leisten.

Hier eine Darstellung bei der mit Hilfe von Stock und Regenschirm ein Armbruch geschient wird. Aber was machte man, wenn man nur einen "Knirps" dabei hat?

Im Obergeschoss ist das Jugendrotkreuz der BRD und DDR mit etlichen Ausstellungsstücken ebenso vertreten wie der Blutspendedienst .

Auch die Informationen zum Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) um Gustave Moynier erweiterten unseren Wissensstand.

Aber auch viel Literatur ist im Archiv des Museum vorhanden. Verbunden mit dem richtigen Know How wurden wir dann damit konfrontiert, dass unsere Ursprünge nicht erst auf das Jahr 1939 (Gründung der Ortsgruppe des DRK in Dornberg) sondern auf das Jahr 1898 zurück zu führen sind.

Am 10. Februar 1898 wurde der Vaterländischen Frauen-Verein Bielefeld-Land gegründet. Er gilt als Vorläufer des heutigen Deutschen Roten Kreuz, welches sich unter diesem Namen erst am 25. Januar 1921 in Bamberg gründete.

Leiterin des Vaterländischen Frauen-Verein in Dornberg war 1910 die Frau von Pastor Bethake, nach dem Wechsel des Dornberger Pastorat übernahm die Frau von Pastor Otten die Leitung.

Haben wir im August noch unser 75-jähriges Bestehen gefeiert, so blicken wir heute bereits stolz auf 116 Jahre des Bestehens zurück. So informativ kann ein Museumsbesuch sein.

Aber nicht nur für die Gründungsfindung in Dornberg ist die Information interessant. Auch die heutigen Ortsvereine Jöllenbeck und Bielefeld-Zentrum können sich nun mit ihrem Gründungsdatum auf den Vaterländischen Frauen-Verein Bielefeld-Land berufen, wenn nicht wie beim Ortsverein Brackwede bereits vorher ein Vaterländischer Frauen-Verein vorhanden war.

 

Fotos: Tim Stockmeyer
Text: Gerd Stockmeyer