Aktuell 2008
 
Oktober 2008
   Eine Patenschaft in Burkina Faso
 

Seit Herbst 2006 unterstützen das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe den Verein AGIRE, ein gemeinnütziges burkinisches Projekt eines uns seit Jahren bekannten und vertrauten ehemaligen Rotkreuzmitarbeiters.

Das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe habt zugesichert, für 35 Kinder die Grundschulausbildung finanziell sicherzustellen.

Jährlich kostet die Patenschaft pro Kind 206 Euro. Es besteht die Möglichkeit für Personen oder Gruppen eine persönliche Patenschaft für ein Kind für einen selbst festgesetzten Zeitraum zu übernehmen oder aber für das gesamte Projekt zu spenden.
 

 

Persönliche Paten erhalten über das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe zwei Mal im Jahr aktuelle Infos über ihr Kind und können, falls gewünscht, über das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe Kontakt zum Kind aufnehmen.

 

Das Schulsystem in Burkina

Dieses ist an das französische System (ehemaligen Kolonialmacht) angelehnt. Es gibt in Burkina eine Schulpflicht, die aber nicht durchgesetzt werden kann. Die Grundschule dauert 6 Jahre und das Kind wird mit 7 Jahren eingeschult.

Nach der Grundschule oder nach der anschließenden 4 klassigen Mittelschule beginnt der Jugendliche mit einer Berufausbildung, die aber weniger formalisiert ist als bei uns und deutlich kürzer ist. Oft wird nur ein "learning by doing" angeboten. Berufsschulen sind selten und kosten Schulgeld.

Das dreiklassige Gymnasium endet mit dem Abitur, danach kommt ggf. ein Studium an der Uni in Betracht, deren Qualität aber derzeit zu wünschen übrig lässt. Oder ein Auslandsstudium.

Dies natürlich nur für begüterte Familien oder wenige begabte Stipendiaten.
 

AGIRE kümmert sich um die Grundschulzeit und ggf. um die Ausbildung in einer Werkstatt oder den Besuch des Collège.

AGIRE, ein junger, überschaubarer, ehrenamtlicher Verein, hat sich zum Ziel, gesetzt, 35 bedürftigen burkinischen Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, um ihnen einen Ausbruch aus dem Teufelskreis der Armut zu ermöglichen. Die Kinder haben meist einen Elternteil verloren, sind Waisen oder haben eine Behinderung.
 

Manche leben in ihren Herkunftsfamilien, andere bei Verwandten. Sie leben in und um Ouagadougou herum und gehen zu sechs verschiedenen Schulen. Der „Luxus“ eines Schulbesuchs wäre ihnen nicht möglich und so müssten sie schon früh auf dem Feld oder als Handlanger zum Familieneinkommen beitragen oder landen auf der Straße.
Dank einer Patenschaft wird das Kind ernährt, bekleidet, verpflegt und mit den nötigen Schulmaterialien ausgestattet. So kann es die Schule besuchen.
AGIRE arbeitet mit den Schulen, Familien und örtlichen Sozialträgern eng zusammen.
 

  Der Klassenraum mit Schülerinnen und Schülern

 

Die Situation burkinischer Kinder

Säuglingssterblichkeit: von 1.000 Kindern sterben 91,35 (bei uns 4,23)

Kindersterblichkeit: 21 % (bei uns 0,5 %)

Bildungsstand: 26,6 % der Burkiner können Lesen und Schreiben (bei uns 99 %)

Lebenserwartung: 48,85 Jahre